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UNSER THEMA : OSTERN. Das Schlachten der Lämmer ...
Mal wieder Ostern. Das Schreien der Lämmer und das Schweigen der Menschen !

: HINWEIS : »Ich kann denken. Ich kann warten. Ich kann fasten.«
[ Hermann Hesse Siddhartha. Eine indische Dichtung. ]

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Planetare Grenzen

Das Modell der Planetaren Belastungsgrenzen definiert sechs ökologische Bereiche, bei denen ein Überschreiten der Grenzen Folgen für die Menschen hätte. Dieter Gerten vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung erläutert, was dahinter steckt.

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] SUCHE ~ SEARCH [ https://www.google.com/search?q=ble.de+Die+Bedeutung+veganer+Bioprodukte+f%C3%BCr+die+ökologische+Landwirtschaft ]


Hier erst einmal etwas zu der Alternative 'Fleischlos' . . .
] QUELLE [ https://www.cerascreen.de/blogs/gesundheitsportal/fleischersatz ]

Das vegane bzw. vegetarische Leben ...

Fleischersatz aus gesundheitlichen Gründen !

Täglicher Fleischgenuss steht in direktem Zusammenhang mit Übergewicht, und Arteriosklerose und Schlaganfall. Außerdem ist Fleisch, insbesondere Hähnchen und Pute, häufig mit Antibiotika belastet, was dazu führen kann, dass sich Antibiotika-resistente Keime entwickeln und die Wirksamkeit der lebenswichtigen Medikamente zurückgeht [2].

Eine im Jahr 2020 veröffentliche deutsche Studie fand heraus, dass von 165 im Einzelhandel gekauften in Europa hergestellten Hähnchenfleischproben jede zweite Probe mit antibiotikaresistenten Keimen belastet ist. Bei einem Drittel der Fälle handelte es sich sogar um Reserveantibiotika-resistente Keime, also Keime, bei denen selbst die wenigen Antibiotika, die noch gegen neue mutierte Bakterien wirken sollen, nicht mehr wirksam sind [3].

Fleischersatz aus Umweltgründen

Nicht nur unser Körper, sondern auch unsere Umwelt leidet unter übermäßigem Fleischverzehr: Noch heute werden Flächen des Regenwaldes im Amazonas für zusätzliche Weideflächen gerodet und 14,5 Prozent aller Treibhausgase werden durch Viehhaltung verursacht – das entspricht ungefähr der Kohlendioxidbelastung durch Autos, Schiffe, Lastwagen und Flugzeuge zusammen [2]. Die herangezüchteten Tiere verbrauchen darüber hinaus Unmengen an Wasser und Grundnahrungsmitteln wie Soja und Mais. Weltweit verbrauchen Nutztiere über ein Drittel aller Feldfrüchte, was zu steigender Knappheit und Preisen insbesondere in ohnehin ärmeren Herkunftsländern führt [2], [4].

Dazu kommen die Bedingungen in der Massentierhaltung, die weit entfernt sind von einem artgerechten Leben –  häufig werden tausende Tiere auf engstem Raum gehalten.

Schon gewusst? 50 Prozent der aus Brasilien in die EU importierten landwirtschaftlichen Produkte wie Soja, Rindfleisch und Kaffee sind auf Abholzung zurückzuführen [4].

Wie viele Menschen leben vegan?

Immer mehr Menschen in Deutschland verzichten auf Fleisch: Im Jahr 2020 verzichteten rund 1,3 Millionen Menschen mehr auf Fleisch als im Jahr 2016 – ein Anstieg um ganze 23 Prozent [5]! Doch auch Menschen, die nicht komplett auf Fleisch verzichten wollen, haben ihren Konsum bewusst eingeschränkt: Laut einer aktuellen Studie leben in Deutschland ca. 42 Millionen Menschen als Flexitarier, das heißt sie verzichten mindestens an drei Tagen die Woche bewusst auf Fleisch [6].

In Österreich leben immer mehr Menschen vegan oder vegetarisch: Das Institut für empirische Sozialforschung schätzte im Jahr 2015 einen Anstieg vegetarisch lebender Personen von 2,9 auf 9 Prozent, darunter circa 1 bis 1,5 Prozent Veganer*innen [7].

Immer mehr Menschen in der Schweiz verzichten auf Fleisch: 40 Prozent der Schweizer Bevölkerung bekennen sich als Flexitarier, das heißt, dass sie mindestens an drei Tagen die Woche bewusst auf Fleisch verzichten. Die Schweizerische Gesundheitsbefragung im Jahr 2012 ergab, dass 2,7 Prozent der Befragten nie Fleisch essen. Junge Menschen und Frauen gaben besonders häufig an, sich vegan oder vegetarisch zu ernähren [8].

Wie gut ist Fleischersatz wirklich?

Das Angebot wächst stetig: Fachleute erwarten in den kommenden Jahren eine jährliche Wachstumsrate zwischen 20 und 30 Prozent für pflanzenbasierte Fleischersatzprodukte. Außerdem stehen bereits Start-ups mit Laborprodukten wie In-vitro-Fleisch in den Startlöchern [4].

Fleischersatzprodukte haben dabei viele Vorteile: Sie sind allgemein umweltfreundlicher als herkömmliches Fleisch. Insbesondere vegane, also pflanzenbasierte Produkte, verbrauchen in ihrer Herstellung deutlich weniger Ressourcen und Fläche und emittieren rund 90 Prozent weniger Treibhausgase als Fleisch. Bei veganen Produkten entfallen außerdem die Düngerbelastung der Umwelt und der Einsatz von Antibiotika [10]. Außerdem fällt vielen Menschen die Umstellung auf eine pflanzenbasierte Ernährung durch Fleischersatzprodukte leichter. Mit ihnen können sie Speisen zubereiten, die ähnlich aussehen, schmecken und gegessen werden wie das, was sie jahrelang gewohnt waren [7].

Wie gesund ist Fleischersatz?

Wie gesund Fleischersatzprodukte sind, hängt damit zusammen, wie stark sie verarbeitet sind und welche Inhalts- und Zusatzstoffe in ihnen stecken [4], [11]. Denn je mehr das Produkt Fleisch ähneln soll, umso mehr muss es verarbeitet werden, was sich negativ auf die Bekömmlichkeit und die Klimabilanz der Produkte auswirkt. Achten Sie darauf, möglichst auf Produkte zurückzugreifen, die wenig verarbeitet sind und aus wenigen unterschiedlichen Zutaten bestehen. Vermeiden Sie außerdem einen hohen Salzgehalt und lange Zutatenlisten mit Zusatzstoffen und Aromen [7]. Wenig verarbeitete Fleischalternativen sind Tofu, Tempeh, Süßlupinentofu und Seitan, die als Basis für Fleischgerichte dienen können [7].

Vegane Fleischalternativen

Hier stellen wir Ihnen die einzelnen Fleischalternativen und ihre Zusammensetzung vor. Außerdem geben wir Ihnen eine Einordnung, wie gesund die einzelnen Fleischersatz-Produkte sind.

Fleischersatz aus Soja

Fleischalternativen auf Sojabasis sind schon lange auf dem Markt: Tofu und Tempeh haben ihren Ursprung in der asiatischen Küche. Mittlerweile wird Soja auch in Europa, beispielsweise in Deutschland, Österreich und Frankreich angebaut – unter anderem auch in Bio-Qualität [12].

Tofu wird aus gemahlenen Sojabohnen, Wasser und einem Gerinnungsmittel wie beispielsweise Calciumsulfat oder Magnesiumsulfat hergestellt. Es gibt ihn sowohl in fester Form als Block oder in flüssigerer Form als sogenannten Seidentofu zu kaufen. Beide Formen unterscheiden sich lediglich durch ihren Wassergehalt. Die Rohform von Tofu ist wenig verarbeitet, kalorienarm und enthält weniger Fett als viele Fleischprodukte [7]. Er ist außerdem besonders vielseitig: Da Tofu kaum Eigengeschmack hat, können Sie ihn durch eine gute Würze und die richtigen Soßen für ganz unterschiedliche Gerichte verwenden

Eine andere klassische Fleischalternative aus Sojabohnen ist der Tempeh. Tempeh besteht aus ganzen Sojabohnen, die zunächst gekocht und anschließend mithilfe von Schimmelpilzkulturen fermentiert werden. Tempeh ist ähnlich wie Tofu in etwas körnigeren Blöcken im Kühlregal zu finden. Auch Tempeh ist schnittfest, leicht zu verarbeiten und hat einen leicht nussigen Geschmack.

Fleischersatz aus Lupine

Die Lupine ist eine in Deutschland heimische Nutzpflanze, deren Anbau den Boden fruchtbarer macht und die eine reichhaltige Ergänzung für den Speiseplan darstellt. Sie lässt sich ähnlich wie die Sojabohne zu Tofu oder Tempeh verarbeiten und hat einen besonders guten Protein-, Vitamin- und Mineralstoffgehalt.
Mit entsprechender Würze kann auch sie Fleisch gut nachahmen. Lupinentofu und –tempeh haben einen ähnlich hohen Proteingehalt wie Tofu und Tempeh und sind deutlich fettärmer als die Sojaprodukte [7].

Fleischersatz aus Seitan

Ein weiterer Klassiker ist Seitan – ein Fleischersatz aus Weizenprotein, auch bekannt unter der Bezeichnung Gluten. Seitan kommt ursprünglich aus China und wurde dort schon vor über 1.000 Jahren hergestellt. Das Weizenprotein wird durch das Auswaschen von Stärke aus Weizenmehl gewonnen und für die fleischliche Konsistenz und den Geschmack in einem Sud aus Sojasoße, Algen und Gewürzen gekocht.

Fleischersatz aus Quorn

Das aus Pilzkulturen gewonnene Quorn besticht mit seinem überzeugenden fleischlichen Geschmack und seiner Optik. Doch das ist nur durch seine starke Verarbeitung möglich. Durch die vielen Verarbeitungsschritte gehen in der Regel viele Mineralstoffen und Vitamine verloren, deswegen eignet es sich nicht für eine gesunde und ausgewogene Ernährung [11].

Fleischersatzprodukte aus TVP

Viele Fleischersatzprodukte aus dem Supermarktregal werden aus sogenanntem textured vegetable Protein (TVP) hergestellt. Dabei handelt es sich um chemisch verarbeitete Produkte: Durch chemische Verfahren werden Proteine aus Erbsen oder Soja herausgetrennt und mit Hilfe von Zusatzstoffen zu einer fleischähnlichen Masse geformt und nicht selten mit viel Salz, Zucker, Gewürz, Fett, Verdickungsmitteln, Aromen und Farbstoffen zu Kopien von Hackbällchen, Hackfleisch, Schnitzel und Co. verarbeitet. Eine starke Verarbeitung führt darüber hinaus häufig zu Nährstoffverlusten.

Hämoprotein

Dieses Protein ist ebenfalls pflanzlich gewonnen und erinnert nicht umsonst wegen seines Namens an das Hämoglobin, den roten Blutfarbstoff. Denn das Protein sieht mit seiner roten Farbe Blut sehr ähnlich und hat einen fleischigen Geschmack. Das Hämoprotein wird biotechnologisch produziert: Dabei wird ein Hefestamm gentechnisch verändert, damit er den blutähnlichen Farbstoff herstellen kann. Gentechnisch veränderte Produkte stehen in der Kritik, Allergien zu verursachen und für den Menschen ungesund zu sein. Dennoch wurde das Hämoprotein von der amerikanischen Lebensmittelbehörde FDA als unbedenklich eingestuft [13].

Jackfrucht

Die aus Asien stammende Jackfrucht erobert seit kurzer Zeit die deutschen Supermarktregale. Wenn es unverarbeitet ist, erinnert seine Konsistenz an die von Hähnchenfleisch. Gut gewürzt kann das unreife Fruchtfleisch der Jackfrucht so zum Beispiel eine vegane Basis für Gulasch oder Frikassé bilden. Das Fruchtfleisch der Jackfrucht ist besonders kalorienarm, enthält viele Ballaststoffe und Mineralstoffe, wenig Fett und Eiweiß [11].

Fleischalternativen aus Hülsenfrüchten

Eine besonders gesunde Alternative ist der Griff zur Hülsenfrucht: Denn Linse, Bohne und Co. sind in jedem Supermarkt in der Konserve oder im getrockneten Zustand erhältlich, kostengünstig und unverarbeitet. Dabei lassen Sie sich auch vielseitig verwenden: Von der Linsen-Bolognese bis zum Burger-Pattie aus Kidneybohnen. Hülsenfrüchte sind gute Quellen für Eiweiß und Ballaststoffe und darüber hinaus fettarm.

Vegetarische Fleischalternativen

Es gibt auch Fleischersatz-Produkte, die auf tierischen Zutaten wie Milch oder Ei basieren und damit nicht vegan, aber immer noch vegetarisch sind.

Fleischersatzprodukte aus Milch

Fleischersatzprodukte aus Milch werden aus mit Milcheiweiß angereicherten Pflanzenfasern gewonnen, die stark gewürzt werden. Das Ergebnis wird dann in Form gebracht, zumeist in Form eines Schnitzels oder Nuggets. Solche Milchschnitzel sind in der Regel proteinreich und werden häufig mit zusätzlichen Ballaststoffen und weiteren Nährstoffen wie beispielsweise Calcium, Eisen und Vitaminen angereichert [14].

Fleisch aus der Petrischale: Besonders innovativ ist In-vitro-Fleisch. Hierbei handelt es sich um künstlich erzeugtes Fleisch aus dem Labor. Das aus tierischen Stammzellen gewonnene Produkt ist derzeit noch nicht auf dem Markt erhältlich, steht jedoch bereits in den Startlöchern: Im Jahr 2019 feilten bereits 55 junge Unternehmen an so erzeugten Fleischprodukten [4].

Wie decke ich meinen Proteinbedarf mit Fleischalternativen?

Die DGE empfiehlt eine tägliche Proteinzufuhr in Höhe von 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht, Sportler*innen mit mehr als fünf Trainingseinheiten die Woche benötigen je nach Intensität des Trainings 1 bis maximal 2 Gramm Protein täglich. Eine ausreichende Proteinversorgung ist auch mit pflanzlichen Zutaten möglich. Wenn Sie sich vielseitig ernähren, können Sie Ihren Proteinbedarf mit verschiedenen Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Nüssen, Gemüse und Kartoffeln gut decken [14].

Einige gesunde pflanzliche Eiweißquellen sind [7], [14]:

  • Seitan (30 Gramm pro 100 Gramm)
  • Weiße Bohnen (26,6 Gramm pro 100 Gramm)
  • Linsen, trocken (24 Gramm pro 100 Gramm)
  • Erbsen, trocken (22,8 Gramm pro 100 Gramm)
  • Kichererbsen, trocken (18,3 Gramm pro 100 Gramm)
  • Tempeh (18 Gramm pro 100 Gramm)
  • Tofu (9 Gramm pro 100 Gramm)

Zum Vergleich: 100 Gramm rohes Schweinefleisch enthalten 22 Gramm Protein [14].

Was müssen Allergiker bei Fleischersatz beachten?

Allergiker aufgepasst, denn einige Fleischersatzprodukte können zu allergischen Reaktionen führen. So können Menschen mit einer Birkenpollenallergie während der Pollensaison eine Kreuzallergie auf Sojaprodukte wie Tofu oder Tempeh erleiden. Auf diese Fleischalternativen müssen außerdem natürlich Menschen mit einer Sojaallergie verzichten. Seien Sie auch bei Fertigprodukten vorsichtig, viele basieren auf Soja oder sind mit Sojasoße gewürzt. Wenn Sie eine Milchallergie haben, fallen für Sie Milchschnitzeln und anderer milchbasierter Fleischersatz weg,

Fleischersatz-Produkte können auch Lebensmittel-Unverträglichkeiten auslösen. Menschen mit Zöliakie müssen Vorsicht walten lassen, denn hinter dem Namen Seitan oder Weizeneiweiß verbirgt sich Gluten.

Fleischalternativen - Auf einen Blick

Warum verzichten Menschen auf Fleisch?

Seit einigen Jahren zeichnet sich ein deutlicher Trend ab: Immer mehr Menschen finden es problematisch, wie viel Fleisch wir in der westlichen Welt essen. Die Gründe sind vielfältig, denn übermäßiger Verzehr von Fleisch treibt den Klimawandel an, ist schlecht für in Massenhaltung gehaltene Tiere und kann zu Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.

Wie gut ist Fleischersatz wirklich?

Fleischalternativen haben eine bessere Klimabilanz als Fleisch und können kalorien- und fettärmer sein. Doch Vorsicht ist geboten, denn häufig verbergen sich stark verarbeitete Produkte mit wenig Nährstoffen und dafür übermäßig viel Salz, Geschmacksverstärkern, Zucker, Fett, Bindemittel, Farb-und Zusatzstoffe hinter der pflanzlichen Alternative. Achten Sie also auf die Inhaltsangaben und greifen Sie am besten zu wenig verarbeiteten Produkten.

Welche Fleischalternativen gibt es?

Die Auswahl ist vielfältig. Vegane Fleischalternativen sind Tofu, Tempeh, Seitan, Quorn, stark verarbeitete Fleischalternativen aus TVP oder gänzlich unverarbeitete Hülsenfrüchte oder Jackfrucht. Die vegetarischen Fleischalternativen bestehen aus mit Ballaststoffen angereicherter verdickter Milch.

[1]        „Fleischkonsum in Deutschland pro Kopf bis 2020“, Statista. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36573/umfrage/pro-kopf- verbrauch-von-fleisch-in-deutschland-seit-2000/ (zugegriffen Okt. 07, 2021).

[2]        „Ein Plädoyer für weniger Fleischkonsum - NABU“, NABU - Naturschutzbund Deutschland e.V. https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/essen-und-trinken/fleisch/22925.html (zugegriffen Okt. 04, 2021).

[3]        „Studie: Mehr als jedes zweite Hähnchen aus Europas größten Geflügel-Schlachtereien mit antibiotikaresistenten Erregern belastet | Germanwatch e.V.“ https://germanwatch.org/de/19460 (zugegriffen Okt. 04, 2021).

[4]        C. Chemnitz Benning, Reinhild, Heinrich-Böll-Stiftung, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Fleischatlas: Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel. 2021. https://www.boell.de/sites/default/files/2021-01/Fleischatlas2021_0.pdf + https://www.boell.de/de/de/fleischatlas-2021-jugend-klima-ernaehrung + https://www.boell.de/de/2021/01/06/fleischatlas-grafiken-und-lizenzbestimmungen

[5]        „Infografik: Rund 8 Millionen Deutsche essen kein Fleisch“, Statista Infografiken. https://de.statista.com/infografik/24000/anzahl-der-vegetarier-und-veganer-in-deutschland/ (zugegriffen Okt. 07, 2021).

[6]        „Flexitarier — die flexiblen Vegetarier“. https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/ flexitarier-die-flexiblen-vegetarier/ (zugegriffen Okt. 07, 2021).

[7]        Englert, H.; Siebert, S., Vegane Ernährung. utb GmbH, 2020.

[8]        S. B. PERREN, „Die Schweiz isst flexibel: Mal mit, mal ohne Fleisch und Fisch“.

[9]        „Vegetarische und vegane Lebensmittel: Produktion steigt im 1. Quartal 2020 um 37 %“, Statistisches Bundesamt. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2020/PD20_30_p002.html (zugegriffen Okt. 07, 2021).

[10]      „Neue Fleischalternativen wirbeln die Agrar- und Lebensmittelindustrie durcheinander“, Kearney. https://www.de.kearney.com/pressecenter/article/?/a/a-t-kearney-studie- zur-zukunft-des-fleischmarkts-bis-2040 (zugegriffen Okt. 05, 2021).

[11]      „Lupinen und Jackfrüchte als veganes Fleisch“, oekolandbau.de. https://www.oekolandbau.de/bio-im-alltag/einkaufen-und-kochen/ produktinfos/lebensmittel/fleischlos-und-vegan/lupinen-und-jackfruechte/ (zugegriffen Okt. 05, 2021).

[12]      „Fleischersatzprodukte – Ein Markt mit Zukunft“, oekolandbau.de. https://www.oekolandbau.de/handel/marketing/sortiment/ fleischersatzprodukte-ein-markt-mit-zukunft/ (zugegriffen Okt. 05, 2021).

[13]      „Saftig, blutig, rot. Veganer Fleischersatz - perfekt dank Gentechnik“, transGEN. https://www.transgen.de/lebensmittel/2760.vegan-fleischimitate-gentechnik-soja.html (zugegriffen Okt. 12, 2021).

[14]      C. Leitzmann, „Fleischersatz–rein pflanzlich“, in UGB-Forum 30: 296, 2013, Bd. 299.

Die ökologische Landwirtschaft setzt auf den Gleichklang von Boden, Tieren und Pflanzen. Hier finden Sie Hintergründe und Einkaufstipps für Bio-Lebensmittel.

  • Die Worte „Bio“ und „Öko“ sind gesetzlich geschützt. Alle Lebensmittel, die in der EU unter diesen Bezeichnungen auf den Markt kommen, unterliegen strengen Vorschriften und Kontrollen, die die gesamte Produktionskette umfassen.
  • Sie erkennen Bio-Lebensmittel am EU-Bio-Logo oder am staatlichen Bio-Siegel.
  • Außerdem gibt es noch neun weitere Bio-Label verschiedener Anbauverbände.

Fast drei Viertel aller Menschen in Deutschland kaufen zumindest gelegentlich Bio-Lebensmittel. Ganz oben auf der Liste der Gründe steht die artgerechte Tierhaltung. Auch die regionale Herkunft und die geringere Belastung an Schadstoffen ist der Kundschaft wichtig. Oft werden Bio-Lebensmittel auch gekauft, weil sich die Menschen gesund ernähren und viele Zusatzstoffe vermeiden wollen. Vier von fünf Bio-Kund*innen meinen, dass sie mit ihrem Kauf einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Aber stimmt das auch? Erfüllen Öko-Landbau, Bio-Verarbeitung und ihre Lebensmittel diese Erwartungen? Im Folgenden beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um Bio-Lebensmittel.

Bio was ist anders?


Der Öko-Landbau sieht den landwirtschaflichen Betrieb als ganzheitliches System aus Boden, Pflanzen, Tieren und Menschen. Landwirtinnen und Landwirte sollen dieses System in der Art eines Kreislaufs so bewirtschaften, dass möglichst wenig Nährstoffe und andere Hilfsmittel von außen zugeführt werden müssen und gleichzeitig die Fruchtbarkeit der Böden erhalten bleibt. Deshalb dürfen Bio-Bäuerinnen und -Bauern nur so viele Tiere halten, wie sie mit dem Ertrag ihrer Flächen ernähren könnten. Flächenbindung heißt dieses Gebot.

Die Bio-Landwirt*innen setzen keinen Kunstdünger ein, also keine chemisch-synthetischen Stickstoffverbindungen. Sie düngen mit Mist, Gülle, Kompost und anderen organischen Düngemitteln. Zudem bauen sie regelmäßig Leguminosen (Hülsenfrüchte) an. Das sind Pflanzen, die Stickstoff im Boden anreichern. Gegen Unkraut, Pflanzenkrankheiten und Schädlinge verwenden Bio-Landwirt*innen keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel. Sie setzen stattdessen auf robuste Sorten, fördern Nützlinge und regulieren das Unkraut mit weiten Fruchtfolgen und moderner Technik wie Hacken und Striegel. Erlaubt sind natürliche oder traditionelle Pflanzenschutzmittel. Ihre Tiere müssen sie artgerecht halten und füttern.

Woran erkenne ich Bio-Lebensmittel?

Lebensmittel dürfen sich nur „Bio“ oder „Öko“ nennen, wenn sie nach den Regeln der EG-Öko-Verordnung produziert wurden. Mindestens 95 Prozent der landwirtschaftlichen Zutaten stammen dann aus ökologischem Anbau. Eine anerkannte Öko-Kontrollstelle überprüft, ob Erzeuger*innen oder Verarbeiter*innen alle gesetzlichen Auflagen erfüllt haben, die für die ökologische Landwirtschaft und Verarbeitung gelten. Die Codenummer der Kontrollstelle finden Sie auf jedem Bio-Lebensmittel.

Für Bioprodukte, die in Deutschland kontrolliert werden, lautet der Code DE-Öko-0XX, wobei X für eine Ziffer steht. Über der Codenummer steht das Bio-Logo der EU. Viele Bio-Produkte in Deutschland tragen außerdem das sechseckige staatliche Bio-Siegel.

Wo „Öko“ draufsteht, ist auch „Öko“ drin

Die Worte „Bio“ und „Öko“ sind gesetzlich geschützt. Alle Lebensmittel, die in der EU unter diesen Bezeichnungen auf den Markt kommen, unterliegen strengen Vorschriften und Kontrollen, die die gesamte Produktionskette umfassen. Jeder Bio-Betrieb bekommt mindestens einmal im Jahr Besuch von seiner Kontrollstelle und muss detailliert nachweisen, dass er sich an die EG-Öko-Verordnung hält: Der Bauer oder die Bäuerin, auf dessen Feldern das Getreide wächst, die Müllerin oder der Müller, die oder der es zu Mehl verarbeitet, die Bäckerei, in der daraus schließlich das Brot gebacken wird. Nur wenn alle Beteiligten vorschriftsmäßig gearbeitet haben, wird zurecht ein „Bio“-Brot daraus.

Achtung, Täuschung!

Formulierungen wie „aus kontrolliertem  Anbau“ oder „aus umweltschonender Landwirtschaft“ sollen den Eindruck erwecken, es handele sich um ein Bio-Produkt. Meistens werden Sie beim genaueren Hinsehen feststellen, dass es weder das EU-Bio-Logo noch die vorgeschriebene Kontrollstellen-Nummer trägt, also kein Bio-Lebensmittel ist.

Wer einem Anbauverband angehört, wird zusätzlich auf die Einhaltung der Verbands-Richtlinien kontrolliert, die in vielen Punkten noch anspruchsvoller sind. Zudem unterliegen alle Betriebe der ganz normalen Lebensmittelüberwachung. Mit krimineller Energie lässt sich auch ein gutes Kontrollsystem austricksen. Es gibt immer wieder einmal Unternehmen, die konventionelle Ware als „Bio“ deklariert haben – und erwischt worden sind. Das kann je nach Schwere des Betrugs bis zur Aberkennung der Bio-Zertifizierung und zu strafrechtlichen Maßnahmen führen.

Weitere Informationen zu Bio-Lebensmitteln

Wer sich rein pflanzlich ernährt, also ohne Fleisch, Eier und Milchprodukte, schont das Klima. Die Erzeugung der Lebensmittel verursacht nur halb soviel Treibhausgase wie der Speiseplan eines Durchschnittsessers in Deutschland. Auch wird für die pflanzliche Nahrung nur die Hälfte der Ackerfläche benötigt. Ein veganer Ernährungsstil ist also sehr umweltverträglich.

Kühe nutzen Grünland

Die Bio-Bewegung hat immer dafür geworben, den Konsum tierischer Produkte zu reduzieren. Es waren Bio-Pioniere, die pflanzliche Lebensmittel wie Tofu bei uns auf den Markt brachten. Das Angebot an veganen Bio-Lebensmitteln ist groß. Doch der klassische Bio-Erzeugerbetrieb ist immer noch der Mischbetrieb, der sowohl Tiere hält als auch Ackerbau betreibt. Dahinter steckt der Kreislaufgedanke: Der Hof soll den notwendigen Dünger möglichst selbst erzeugen. Zudem setzen Wiederkäuer Gras in für den Menschen verwertbare Nahrung (Milch und Fleisch) um. Immerhin ist knapp ein Drittel der deutschen Agrarfläche Grünland. Auch fast alle Bio-Betriebe, die ohne Tiere wirtschaften, setzen tierische Dünger ein, um die Fruchtbarkeit ihrer Böden zu erhalten.

Stellen Sie sich vor, in Deutschland würden keine Rinder, Schafe und Ziegen mehr gehalten! Viele Landschaften würde man schon in wenigen Jahren nicht mehr wieder erkennen, denn es gäbe viel weniger Weideland. Vegan ist gut – aber die Bio-Landwirtschaft braucht Tiere.

Um die gleiche Menge an Nahrungsmitteln zu erzeugen, verbraucht der Öko-Landbau etwa ein Viertel bis ein Drittel weniger Energie als die konventionelle Landwirtschaft. Entsprechend weniger CO2 wird freigesetzt. Besonders groß ist der Unterschied bei pflanzlichen Lebensmitteln. Der wichtigste Grund für die Energieeinsparung liegt im Verzicht auf energieintensiven Mineraldünger. Gleichzeitig sinkt dadurch die Emission von Lachgas aus überdüngten Böden. Lachgas heizt das Klima weit stärker an als CO2.

Weil Bio-Rinder anders gefüttert werden, etwas weniger Milch geben und in der Mast langsamer Fleisch ansetzen, stoßen sie auf den Liter Milch oder das Kilogramm Fleisch bezogen, mehr Methan aus. Doch das wird durch die Einsparungen bei Kohlendioxid und Lachgas mehr als ausgeglichen. Dem Klima hilft auch, dass Bio-Tiere weit weniger Futtermittel aus Übersee brauchen. Denn der Soja-Bedarf der konventionellen Landwirtschaft gefährdet den Regenwald.

Auch der Boden schützt das Klima

Auf ökologisch bewirtschafteten Flächen wächst durch den vielen organischen Dünger die Humusmenge. Sie bindet zusätzliches CO2 und wirkt dadurch dem Treibhauseffekt entgegen. Der Humus verleiht dem Erdreich eine körnige Struktur und Stabilität. Dadurch speichert es Wasser wie ein Schwamm und lindert so die Auswirkungen des Klimawandels, die zunehmenden Überschwemmungen und Dürren.

Weil Bio-Landwirt*innen auf leicht lösliche Synthetik-Dünger verzichten, wachsen Obst und Gemüse etwas langsamer. Schöner Nebeneffekt: Es enthält bis zu 20 Prozent weniger Wasser, schmeckt darum oft intensiver und hat eine bessere Textur. Die alten, fast schon in Vergessenheit geratenen Sorten, die im Öko-Landbau gerne verwendet werden, sind oft widerstandsfähiger. Manchen Menschen schmecken sie auch besser als moderne Neuzüchtungen. Aber der Geschmack wird auch vom Standort, dem Wetter oder dem Reifegrad bestimmt. Die in der Bio-Bäckerei häufigeren Vollkornprodukte schmecken kräftiger als solche mit Weißmehl.

Ohne zugesetzte Aromen

Bei verarbeiteten Bio-Lebensmitten wird auf viele Zusatzstoffe und die meisten Aromen verzichtet. Manche Aromen sind zwar erlaubt, werden aber nur selten eingesetzt. Die Anbauverbände sind besonders strikt und haben den Zusatz von Aromen ganz verboten oder auf einzelne Produkte beschränkt. Deshalb schmecken Bio-Lebensmittel gelegentlich etwas anders als konventionelle.

Bio-Margarine fehlt das typische zugesetzte Butteraroma. Fruchtjoghurt und andere Produkte schmecken wegen der fehlenden Aromen dezenter. Ob Verbraucher*innen solche Unterschiede positiv bewerten, hängt davon ab, welche Geschmackserfahrungen sie geprägt haben. Erlaubt ist Hefeextrakt, was manche Kundinnen und Kunden für einen Täuschungsversuch halten. Denn diese Zutat enthält natürliches Glutamat und wirkt geschmacksverstärkend.

Es spricht einiges dafür:

Weniger Nitrat

Aus Nitrat können beim Kochen oder im Körper krebserregende Nitrosamine entstehen. Das Gemüse, das von Öko-Feldern kommt, ist in der Regel nitratärmer als konventionell angebautes. Der Nitratgehalt von Salat oder Gemüse ist aber nicht nur von der Art des Anbaus abhängig, sondern auch von anderen Faktoren.

Weniger Rückstände

Bio-Produkte sind – wenn überhaupt – weit geringer mit Pflanzenschutzmitteln belastet als konventionelle. Bio-Getreide enthält tendenziell etwas weniger Schimmelpilzgifte. Bei anderen, überall verbreiteten Schadstoffen wie Blei im Boden gibt es nur geringe Unterschiede.

Mehr Nährstoffe

Weil sie weniger Wasser enthalten, stecken in Bio-Äpfeln, -Kartoffeln und Co. mehr Nährstoffe. Außerdem liefern sie tendenziell mehr Vitamin C und sind deutlich reicher an sekundären Pflanzenstoffen (Antioxidanzien), die vor Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Milch und Fleisch aus Öko-Haltung haben eine ernährungsphysiologisch günstigere Fettsäurenzusammensetzung, vor allem bei viel Auslaufhaltung und Weidefütterung. Eine aktuelle Studie von Forschenden aus mehreren europäischen Ländern bestätigt diese Vorteile.

Die EG-Öko-Verordnung schreibt für das wirtschaftliche und soziale Handeln der Bio-Betriebe keine Standards vor. Auch die Bio-Verbände haben hierzu nur wenige Regelungen. Doch viele Unternehmen, die schon seit Jahrzehnten Bio aus Überzeugung machen, stellen an sich selbst auch im sozialen Bereich hohe Ansprüche.

So bauten Bio-Pionier*innen in den 1980er- und 1990er-Jahren Projekte in Entwicklungsländern auf, um dort Kaffee, Kakao oder Bananen ökologisch zu erzeugen. Gerechte Preise sowie langfristige und partnerschaftliche Handelsbeziehungen waren dabei üblich. Mit dem Wachsen des Bio-Markes verloren sie aber an Bedeutung. Bio-Lebensmittel aus Übersee erfüllen deshalb oft nicht die Kriterien des Fairen Handels. Diese garantiert aber das Fairtrade-Logo, wenn Sie es auf einem Produkt finden.

Es gibt Bio-Höfe, die mit Behinderten arbeiten und Bio-Verarbeitungsbetriebe, die als besonders familienfreundliche Arbeitgeber*innen ausgezeichnet wurden. Im Vergleich zu anderen Branchen findet man unter den Bio-Unternehmen deutlich mehr solcher engagierten Betriebe, insbesondere im Bio-Fachhandel und unter den dort vertriebenen Marken. Für Verbraucher*innen ist dieses Engagement allerdings nicht unbedingt zu erkennen.

Die große Nachfrage hat für die deutsche Bio-Landwirtschaft zwei Seiten. Zwar werden ihr die Produkte abgenommen, die erzielten Preise aber sind oft zu niedrig, um Öko-Landbau für mehr Betriebe attraktiv zu machen. Immer häufiger kommen Bio-Lebensmittel deshalb aus dem Ausland, wo sie auch billiger produziert werden können.

Das meiste kommt aus Deutschland

Trotzdem kommen die meisten Bio-Lebensmittel aus Deutschland. Bei Getreide sind es 75 Prozent, bei Eiern rund 90 Prozent. Nur ein Sechstel der Bio-Äpfel kommt aus Argentinien oder Neuseeland. Für Gemüse sind Spanien und Israel wichtige Lieferländer.

Auch Zwiebeln aus Argentinien, die das Bio-Logo tragen, sind kontrollierte Ware, der Sie vertrauen können. Der Transport erfolgt per Schiff und ist nicht so klimaschädlich, wie oft behauptet wird. Ob ein Apfel im April aus Neuseeland importiert wird oder bis dahin in Deutschland kühl gelagert werden muss, macht in der Klimabilanz wenig Unterschied. Viel wichtiger ist es, beim Einkauf möglichst das Auto stehen zu lassen und saisonale Produkte zu kaufen.

Wo hört regional auf?

Was wirklich regional ist, wird unterschiedlich gesehen. Für die einen sind schon 100 Kilometer zu weit weg, für die anderen muss ein Produkt wenigstens aus dem eigenen Bundesland stammen. Verbindliche Kriterien oder rechtliche Vorgaben festzulegen ist da nicht so einfach. Deshalb fehlen sie auch bis jetzt. Als freiwillige Kennzeichnung gibt es das „Regionalfenster“. Es garantiert der Kundschaft, dass die in dem Fenster getroffene Aussage korrekt ist, etwa „Milch aus Hessen, abgefüllt in 35039 Marburg“.

Der Einzelhandel kann Kontrollen entgehen, wenn er Bio-Lebensmittel direkt an Endverbraucher verkauft. Denn wenn er die Waren weder selbst herstellt noch aus Drittländern importiert, sind die Kontrollen der bei Herstellung und Verarbeitung ausreichend.

Anders sieht es beim Online-Handel aus: Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) ist hier die Anwendung gängiger Melde- und Kontrollvorschriften gerechtfertigt. Denn es bestehe die Gefahr, dass Waren umetikettiert, vertauscht oder verunreinigt werden könnten. Verbraucher*innen müssten sich jedoch darauf verlassen können, dass bei Bio-Lebensmitteln tatsächlich alle Kriterien dieser Kennzeichnung erfüllt seien.

Das EuGH-Urteil

Bio-Anbauverbände in Deutschland


Auf vielen Produkten finden Sie zusätzlich die Label der Anbauverbände wie Bioland, Naturland oder Demeter. Deren Standards sind strenger und gehen in vielen Punkten deutlich über EU-Recht hinaus.


Bioland
ist der führende Verband für ökologischen Landbau in Deutschland. Über 7.300 Landwirt*innen, Gärtner*innen, Imker*innen und Winzer*innen wirtschaften nach den Bioland-Richtlinien. Hinzu kommen mehr als 1.000 Partner*innen aus Herstellung und Handel wie Bäckereien, Molkereien, Metzgereien und Gastronomie.

Den Rahmen für die Wirtschaftsweise im Einklang mit der Natur bilden die sieben Bioland-Prinzipien für die Landwirtschaft der Zukunft. Dazu gehören die Förderung der Artenvielfalt und aktiver Klima- und Umweltschutz genauso wie soziale Aspekte, z. B. die Schaffung von Arbeitsplätzen, faire Handelspartnerschaften oder der Erhalt von lebendiger Kultur auf dem Land.

Demeter-Mitglieder arbeiten nach strengen Richtlinien der biologisch-dynamischen Landwirtschaft, die auf den Grundsätzen des Anthroposophen Rudolf Steiner basieren. So ist zum Beispiel die Tierhaltung zur Erzeugung biologischen Düngers im Sinne einer geschlossenen ökologischen Kreislaufwirtschaft obligatorisch.

Demeter hat außerdem als erster Bio-Verband eine Richtlinie für Pflanzenzüchtung erlassen und gründete gemeinsam mit Bioland die Ökologische Tierzucht gGmbH. Über 1.500 Landwirt*innen in Deutschland sind Demeter angeschlossen, hinzu kommen 330 Demeter-Herstellungs, -Verarbeitungs- und -Handelsbetriebe sowie mehr als 500 Demeter-Partner-Läden.

Naturland e. V. gehört mit weltweit 54.000 Erzeugerbetrieben in 52 Ländern zu den größten ökologischen Anbauverbänden. Im Zentrum aller Naturland-Richtlinien stehen ein ganzheitlicher Ansatz, nachhaltiges Wirtschaften, praktizierter Natur- und Klimaschutz, Sicherung und Erhalt von Boden, Luft und Wasser sowie der Schutz von Verbraucher*innen. Dabei werden auch Bereiche abgedeckt, die in der EG-Öko-Verordnung nicht geregelt sind, wie z. B. die ökologische Waldnutzung, Textil- und Kosmetika-Herstellung oder soziale Aspekte.

Mit der Zusatzzertifizierung "Naturland Fair" vereint der Verband die strengen Naturland Öko-Sozial-Richtlinien mit eigenen Standards für Fairen Handel.

Das seit 1979 gewachsene Netzwerk des Biokreis e. V. umfasst 1.200 Landwirtinnen und Landwirte und jeweils 200 Verarbeitungsbetriebe und Verbraucher*innen, hauptsächlich in Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Das Ziel von Biokreis ist es, eine enge regionale und faire Zusammenarbeit von Beteiligten nach ökologischen Grundsätzen zu fördern und die bäuerliche Landwirtschaft lebensfähig zu erhalten.

Biokreis hat die Richtlinien für Wald, Hotel/Gastronomie und Tiernahrung ins Leben gerufen sowie das Siegel „regional & fair“ und ist Vorreiter mit dem Projekt „100 % Bio-Leder“. Voraussetzung für eine Biokreis-Zertifizierung ist die Komplettumstellung des Betriebes auf ökologischen Landbau.

Biopark e. V. wurde 1991 in Mecklenburg-Vorpommern gegründet und ist bundesweit aktiv. Der Verband steht für zertifizierten ökologischen Landbau ohne Kompromisse. Die Biopark-Richtlinien verlangen Gesamtbetriebsumstellung, Auslauf, Weidegang und betriebseigenes Futter. Anbindehaltung ist strikt verboten. Grundlage für Futtermittel und Biopark-Produkte sind einheimische Biopark-Rohstoffe.

Biopark-Betriebe wirtschaften vorrangig in Naturschutzgebieten. Mit dem Projekt „Landwirtschaft für Artenvielfalt“ engagieren sich Biopark-Mitglieder über die ökologische Wirtschaftsweise hinaus für die Erhaltung und Steigerung der Artenvielfalt im Grünland, auf dem Acker und in anderen Landschaftselementen.

Der Gäa e. V. wurde 1989 in Dresden gegründet und hat seinen Schwerpunkt in den neuen Bundesländern. Dem Verband sind 350 Bäuerinnen und Bauern sowie zahlreiche Unternehmen aus Verarbeitung und Handel angeschlossen.

Spezialisierte Betriebe, zum Beispiel für Kräuter- oder Beerenanbau, Saatgutvermehrung oder Teichwirtschaft, prägen die Vielfalt des Gäa-Verbandes – von kleineren Gartenbau- und klassischen Familienbetrieben bis hin zu Genossenschaften. Naturschutzaspekte und soziale Richtlinien waren von Anfang an feste Bestandteile der strengen Gäa-Richtlinien. Gaä e. V. ist seit 2003 IFOAM akkreditiert und damit als Öko-Zertifizierer international anerkannt.

Ecoland wurde 1997 von einer Handvoll Landwirt*innen in Hohenlohe gegründet und umfasst heute weltweit 1.300 Erzeugerbetriebe mit Projekten in Deutschland, Rumänien, Serbien und Indien. Schwerpunkte sind der Anbau und die Vermarktung von ökologischen Naturgewürzen, von Brotgetreide, Zuckerrüben, Sojabohnen und weiteren Leguminosen sowie die artgerechte Fleischerzeugung.

Die Ecoland-Richtlinien fordern ein ethisch vertretbares und nachhaltiges Wirtschaften im Einklang mit der Natur und die Bewahrung der regionalen Kulturlandschaft. Dabei stehen der Praxisbezug, der Dialog mit den Mitgliedern und die Offenheit für wissenschaftliche Erkenntnisse im Vordergrund.

Der Verbund Ökohöfe e. V. ist ein Bio-Anbauverband mit Sitz in der Magdeburger Börde. Er wurde 2007 gegründet und ist schwerpunktmäßig in den neuen Bundesländern aktiv. Gearbeitet wird nach eigenen Richtlinien für Erzeugung, Verarbeitung und besondere Bereiche der Landwirtschaft, wie z. B. Imkerei, Pilzzucht und Teichwirtschaft. Dazu gehören Bestimmungen wie das Verbot des Enthornens von Rindern und höhere Anforderungen für den Platzbedarf von Nutztieren.

Der Verband hat die Gentechnik weitgehend ausgeschlossen und ist einer der ersten deutschen Bio-Verbände, der den Einsatz von Nanotechnologie untersagt.

Der ECOVIN Bundesverband Ökologischer Weinbau e. V. wurde 1985 als größter Zusammenschluss ökologisch arbeitender Weingüter in Deutschland gegründet. 235 Mitgliedsbetriebe bewirtschaften derzeit 2.715 Hektar Rebfläche (Stand Dezember 2022). Durch die strengen, ständig aktualisierten und über die EU-Vorgaben hinausgehenden Verbandsrichtlinien sind besondere Qualität und ökologische Konsequenz bei den Produkten mit dem Warenzeichen ECOVIN garantiert.

ECOVIN-Winzer*innen leisten einen aktiven Beitrag zum Naturschutz, indem sie den Boden schonen, Wasser sparen und ein gesundes Ökosystem im Weinberg schaffen. Sie setzen auf den Kreislauf der Natur.

Woher kommen Bio-Tiere und Pflanzen?

Bio-Saatgut und Jungtiere wie Küken oder Ferkel müssen von Bio-Betrieben stammen, sofern sie auf dem Markt verfügbar sind. Eine Züchtung, die speziell die Bedarfe der ökologischen Wirtschaftsweise berücksichtigt, entwickelt sich langsam aber stetig. Sie ist erforderlich, weil die Anforderungen der Tiere bei einer ökologischen Haltung und Fütterung andere sind, als im konventionellen Bereich. Das betrifft unter anderem die Auslauf- und Weidehaltung. Dies gilt auch für den Pflanzenbau: Wenn Bio-Betriebe auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und leicht lösliche Mineraldünger verzichten und insgesamt weniger düngen, braucht es dazu andere Pflanzensorten.

Um diese anderen Pflanzen und Tiere zu erzeugen, gibt es die ökologische Züchtung. Immer mehr Unternehmen werden hier aktiv, auch weil der Markt für Öko-Sorten und -Rassen stetig wächst. Gentechnik und auch die sogenannten neuen genomischen Züchtungstechniken sind im Öko-Landbau verboten.

Lebensmittel aus Fairem Handel : Gerechte Preise für echte Partner
] QUELLE [ https://www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum/orientierung-beim-einkauf/lebensmittel-aus-fairem-handel ]

Was bedeutet Fairer Handel und woran erkenne ich fair gehandelte Lebensmittel? Über die Prinzipien des Fairen Handels, Produktsiegel und Label von Importeuren, Organisationen und Eigenmarken.

  • Gemäß der Grundsatz-Charta für den Fairen Handel verpflichten sich Fair-Handels-Organisationen, langfristige Handelspartnerschaften mit benachteiligten Produzenten einzugehen und ihnen Mindestpreise für ihre Produkte zu zahlen.
  • Da es keine gesetzlichen Standards für den Fairen Handel gibt, legt jede Fair-Handels-Organisation selbst fest, nach welchen Kriterien sie Fairen Handel betreibt.
  • Wir nennen Ihnen Merkmale, anhand derer Sie Lebensmittel aus Fairem Handel erkennen können.

Die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse sind aufgrund der Niedrigpreis-Politik der Industrieländer oft so niedrig, dass benachteiligte Bauern und Arbeiter – meist in den Entwicklungs- und  Schwellenländern – kein menschenwürdiges Leben führen können. Zwangs- und Kinderarbeit sind keine Seltenheit, viele Menschen leiden unter Hunger und Armut, auf Umweltschutz wird selten Wert gelegt. Zudem führen Nahrungsmittelspekulationen, Natureinflüsse und politische Entscheidungen zu starken Preisschwankungen auf den Agrarmärken, worunter besonders Kleinbauern leiden. Die internationale Fair-Handels-Bewegung möchte diese Verhältnisse ändern und hat als Arbeitsgrundlage für alle Fair-Handels-Organisationen eine Grundsatz-Charta für den Fairen Handel erstellt.

Grundsätze des Fairen Handels

Gemäß dieser Charta verpflichten sich die Fair-Handels-Organisationen langfristige Handelspartnerschaften mit benachteiligten Produzenten einzugehen und ihnen Mindestpreise für die fair gehandelten Produkte zu zahlen. Mit den Einnahmen können die Erzeuger vor Ort ihre Infrastruktur ausbauen, umweltschonender arbeiten und Sozialstandards einführen. Ziel ist eine gerechte Handelspartnerschaft und vertrauensvolle Zusammenarbeit, um die Arbeitsbedingungen und Lebensverhältnisse der Produzenten zu verbessern. Glaubwürdige und unabhängige Kontrollsysteme überprüfen die Einhaltung der Grundsätze des Fairen Handels. So können die Fair-Handels-Organisationen Fortschritte erkennen und Optimierungsmöglichkeiten erarbeiten.

Internationale Definition des Fairen Handels

"Fairer Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte ProduzentInnen und ArbeiterInnen – insbesondere in den Ländern des Südens – leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung. Fair-Handels-Organisationen engagieren sich (gemeinsam mit VerbraucherInnen) für die Unterstützung der ProduzentInnen, die Bewusstseinsbildung sowie die Kampagnenarbeit zur Veränderung der Regeln und der Praxis des konventionellen Welthandels."
Quelle: FINE-Grundlagenpapier zum Fairen Handel, 2001

Wann darf ein Lebensmittel als fair gehandelt gekennzeichnet werden?

Da es weltweit keinen gesetzlich vorgeschriebenen Standard für den Fairen Handel gibt und der Begriff "fair" nicht geschützt ist, kann theoretisch jeder sein Produkt als fair gehandelt ausloben. Jede Fair-Handels-Organisation legt selbst fest, nach welchen Kriterien sie Fairen Handel betreibt und ab wann das gehandelte Lebensmittel mit dem eigenen Fair-Handels-Label gekennzeichnet werden darf.

Für verarbeitete Lebensmittel mit mehreren Zutaten (Mischprodukte) legen die Fair-Handels-Organisationen in ihren Standards Mindestanteile an fair gehandelten Rohstoffen fest. Falls ein Verarbeiter nicht alle Rohstoffe für ein Mischprodukt aus Fairem Handel besorgen kann, darf er zu einem festgelegten Anteil die nicht erhältlichen Fair-Handels-Zutaten aus anderen, in den jeweiligen Standards definierten Quellen benutzen. Oft geben die Hersteller auf der Zutatenliste des Mischprodukts den Anteil der Zutaten aus Fairem Handel an.

Der Fair-Handels-Zertifizierer Fairtrade International hat für Kakao, Fruchtsäfte, Rohrzucker und Tee in seinen Fair-Handels-Standards einen so genannten Mengenausgleich eingeführt. Mengenausgleich bedeutet, dass nicht mehr Mengen als Fair-Handels-Produkte verkauft werden dürfen, als Rohwaren im Ursprungsland fair eingekauft wurden. Ein Fairtrade-zertifizierter Verarbeiter darf also eine bestimmte Menge fair gehandeltem Kakao einkaufen und diesen bei der Schokoladenproduktion mit konventionellem Kakao vermischen. In der Zutatenliste der Schokolade ist der Kakao mit dem Hinweis "... mit Mengenausgleich" gekennzeichnet. Wie viel Prozent fair gehandelter Kakao später wirklich in der Schokolade enthalten ist, ist für den Käufer nicht ersichtlich. Deswegen bewertet das Forum Fairer Handel die Verwendung eines Mengenausgleichs ohne genauere Erläuterung als kritisch (Positionspapier des Forum Fairer Handel zur Möglichkeit des "Mengenausgleichs im System Fairtrade International", Mai 2014).

Welchen Fair-Handels-Zeichen können wir trauen?

Der Begriff "fair" ist nicht geschützt !

Wer sich einmal genauer auf dem Lebensmittelmarkt umschaut, entdeckt zahlreiche unterschiedliche Fair-Handels-Label. Doch welche Zeichen garantieren, dass ein Lebensmittel nach internationalen Fair-Handels-Grundsätzen produziert und gehandelt wurde? Wir stellen Ihnen hier die wichtigsten Erkennungsmerkmale eines fair gehandelten Lebensmittels vor.

Lebensmittel aus Fairem Handel erkennen Sie...

  • am Verkauf in Weltläden,
  • und/oder an dem Label der World Fair Trade Organization (WFTO),
  • und/oder an den Marken der anerkannten Fair-Handels-Importeure,
  • und/oder an den anerkannten Produktsiegeln des Fairen Handels.

Darüber hinaus gibt es weitere positive Ansätze des Fairen Handels. Einige Unternehmen haben eigene Standards mit Schwerpunkten im sozialen oder ökologischen Bereich entwickelt und verkaufen entsprechend produzierte Lebensmittel unter ihren Eigenmarken.

Weltläden – die Fachgeschäfte des Fairen Handels

In einem Weltladen erhalten Sie in jedem Falle ein fair gehandeltes Produkt. Weltläden verkaufen ausschließlich fair gehandelte Waren, die Sie von anerkannten Fair-Handels-Organisationen beziehen. Dazu gehören fair gehandelte Lebensmittel wie Schokolade, Kaffee, Feinkost genauso wie Schmuck, Kunsthandwerk und Kleidung. Außerdem leisten die Weltläden Informations- und Bildungsarbeit zu Fragen des Welthandels und führen politische Aktionen durch. Die rund 450 Weltläden, die Mitglied im Dachverband sind, haben sich verpflichtet, nur bei den anerkannten Lieferanten einzukaufen, die entsprechend der Konvention der Weltläden arbeiten.
 

WFTO-Label “Guaranteed Fair Trade Organization”

Das Label „Guaranteed Fair Trade Organization“ der World Fair Trade Organization (WFTO) zeichnet Organisationen aus, die die zehn Prinzipien des Fairen Handels, also den WFTO-Standard erfüllen. Diese Organisationen dürfen alle eigenen Produkte mit dem Label „Guaranteed Fair Trade Organization“ vermarkten. Zum WFTO-Standard gehören u. a. faire Preise, der Ausschluss von ausbeuterischer Kinder- und Zwangsarbeit und eine nachhaltige Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen. Die WFTO hat ein Garantiesystem entwickelt, mit dem sichergestellt werden soll, das die Mitglieds-Organisationen den WFTO-Standard einhalten. Zunächst erstellen die Unternehmen eine ausführliche Selbstauskunft, die ein  Branchenexperte mit der Wirklichkeit abgleicht. Anschließend prüft die WFTO das Unternehmen und vergibt bei Erfolg das Zertifikat „Guaranteed Fair Trade Organization“.
 

Marken der anerkannten Fair-Handels-Importeure

Die vom Weltladen-Dachverband anerkannten Fair-Handels-Importeure GEPA, BanaFair, dwp, El PUENTE, GLOBO und viele mehr (siehe Katalog der anerkannten Weltladen-Lieferanten) sind ausschließlich im Fairen Handel tätig. Sie verkaufen fair gehandelte Produkte an Weltläden und andere Händler. Teilweise haben sie eigene Online-Shops. Die Fair-Handels-Importeure arbeiten nach den Fair-Handels-Standards der WFTO und halten die Konventionen der Weltläden ein. Die fair gehandelten Produkte sind mit den entsprechenden Markenlogos gekennzeichnet, von denen wir hier die bekanntesten vorstellen.

Die GEPA (Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt mbH) ist das größte europäische Import- und Großhandelsunternehmen für fair gehandelte Produkte. Alle GEPA-Produkte sind nach den Standards der Fairtrade International Labelling Organization (FLO) hergestellt und werden zusätzlich extern zertifiziert, zum Beispiel nach der EU-Ökoverordnung oder nach den Naturland-Fair-Richtlinien. 70 % der Mischprodukte enthalten 75 % fair gehandelte Zutaten. 77 % der GEPA-Lebensmittel stammen aus ökologischem Anbau. Bei GEPA-Produkten wird kein Mengenausgleich angewandt. Mit dem fair+-Zeichen möchte die GEPA zeigen, dass die eigenen Kriterien über die allgemeinen Fair-Handelskriterien hinausgehen. GEPA ist ein anerkannter Weltladen-Lieferant, Mitglied der WFTO, der European Fair Trade Association (EFTA) und des Forum Fairer Handel.

gepa.de

Die dwp eG Fairhandelsgenossenschaft kauft Lebensmittel, Textilien und Kunsthandwerk von mehr als 60 Produzentengruppen aus der ganzen Welt ein und vermarktet diese als Großhändler an Weltläden, Supermärkte, Einzelhändler, Großverbraucher in Deutschland, Österreich und der Schweiz. dwp verkauft Lebensmittel unter der Eigenmarke "WeltPartner". 90 % der dwp-Lebensmittel stammen aus ökologischem Anbau. dwp ist Mitglied bei der WFTO und beim Forum Fairer Handel, ist Naturland Fair zertifizierter Importeur und anerkannter Importeur und Lieferant der Weltläden in Deutschland und Österreich. dwp erstellte 2012 als erste Fair-Handels-Organisation eine Gemeinwohlbilanz.

www.weltpartner.de

Die EL PUENTE GmbH ist ein Importeur und Vertrieb für fair gehandelte Produkte aus Lateinamerika, Asien und Afrika. EL PUENTE wirtschaftet nicht gewinnorientiert, finanziert zinsfrei, geht langfristige und direkte Partnerschaften mit den Produzenten ein, fördert menschenwürdige Arbeitsbedingungen und biologischen Landbau und leistet entwicklungspolitische Bildungsarbeit. Für Lebensmittel-Mischprodukte beträgt der Mindestanteil an fair gehandelten Zutaten 51 % (Ausnahme bei Fruchtgummi: 43 % Mindestanteil). Bei EL-PUNTE-Produkten wird kein Mengenausgleich angewandt. EL PUENTE arbeitet mit über 100 Handelspartnern zusammen: Kleinbauernkooperativen, kleine Familienbetriebe und Fair-Handels-Organisationen in über 40 Ländern. EL PUENTE ist Mitglied der WFTO und des Forum Fairer Handel und anerkannter Weltladen-Lieferant.

el-puente.de

BanaFair e. V. ist ein gemeinnütziger Verein, der fair gehandelte Bio-Bananen und andere Produkte von Kleinbauern aus Lateinamerika importiert. BanaFair setzt sich für Arbeits- und Menschenrechte, Ernährungssicherung und eine umweltgerechtere Bananenproduktion ein. BanaFair-Produkte werden in Weltläden, Bio- und Naturkostläden, über Verbrauchergemeinschaften und in selbstständigen Lebensmittelgeschäften verkauft. BanaFair ist Gründungsmitglied des Forum Fairer Handel, Naturland-zertifiziert und anerkannter Weltladen-Lieferant.

banafair.de

Die GLOBO Fair Trade Partner GmbH ist ein Importeur und Händler von Fair-Handels-Produkten aus Entwicklungsländern. GLOBO achtet bei der Zusammenarbeit mit Partnerbetrieben vor Ort auf langfristige Geschäftsbeziehungen, angemessene Bezahlung, eine ökologisch sinnvolle Produktion und auf soziales Engagement. GLOBO-Produkte werden über Weltläden und über den GLOBO-Online-Shop vertrieben. GLOBO ist Mitglied im Forum Fairer Handel und anerkannter Weltladen-Lieferant.

globo-fairtrade.com

Anerkannte Produktsiegel des Fairen Handels

Vier Produktsiegel für faire Produkte sind vom Forum Fairer Handel in Deutschland anerkannt. Es handelt sich um die Siegel „Naturland Fair“, Fairtrade, „For life“/“Fair for life“ und „Fair Trade by ECOCERT“. Produkte, die diese Siegel tragen, wurden nach den jeweiligen Fair-Handels-Standards produziert und gehandelt. Unabhängige Zertifizierungsorganisationen kontrollieren die Einhaltung dieser Standards und vergeben bei positiven Kontrollen ein Zertifikat. Wer die zertifizierten Produkte mit entsprechendem Produktsiegel vermarkten möchte, muss sich lizensieren lassen und Lizenzgebühren bezahlen.

Der Naturland Verband für ökologischen Landbau e. V. vergibt das Naturland Fair-Label an Naturland zertifizierte Erzeuger, Verarbeiter und Händler. Das Zeichen kennzeichnet Lebensmittel, die nach der EU-Öko-Verordnung, den Naturland-Richtlinien und den Naturland Fair-Richtlinien produziert wurden. Die Naturland Fair-Richtlinien stehen für ökologischen Anbau und Verarbeitung der Rohstoffe, einen sozialen Umgang mit den Menschen in den Betrieben und für faire Handelsbeziehungen. Sowohl die ökologischen als auch die Fair-Handels-Kriterien werden von staatlich anerkannten Kontrollstellen jährlich in einem Kontrollgang überprüft. Für Mischprodukte beträgt der Mindestanteil an fair gehandelten Zutaten > 50 % (ohne zugesetztes Wasser u./o. Salz).  Ein Mengenausgleich wird nicht angewandt.

www.naturland.de/de/naturland/wofuer-wir-stehen/fair

Die Siegel „Fair Life“ und „Fair for Life”werden durch das Institut für Marktökologie (IMO) vergeben, eine Zertifizierungsorganisation, die mittlerweile zur internationalen ECOCERT Group gehört. Das Siegel „For Life“ garantiert eine Sozialzertifizierung der Unternehmen entlang der gesamten Handelskette nach den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation. Bei Produkten mit „Fair for Life“-Label müssen die Produzenten, Verarbeiter und Händler zusätzlich zu den Kriterien der Sozialzertifizierung Vorgaben für faire Handelspraktiken einhalten, entsprechend der Standards von Fairtrade International. Eine unabhängige Organisation führt regelmäßig Kontrollen durch. 

fairforlife.org

Die Firma ECOCERT Deutschland GmbH, eine private unabhängige Kontroll- und Zertifizierungsstelle für den ökologischen Landbau, vergibt das Siegel „Fair Trade by ECOCERT“ an Unternehmen und Bio-Produkte. Voraussetzung für die Vergabe des Siegels ist eine Zertifizierung nach EU-Öko-Verordnung und die Einhaltung der ECOCERT-Fair-Handels-Standards, die den Standards von Fairtrade International entsprechen.

ecocert.de

Eigenmarken im Fairen Handel

Einige Lebensmittel-Produzenten und -händler verkaufen fair gehandelte Lebensmittel unter ihrer Eigenmarke. Dazu gehören die im Bio-Lebensmittel-Handel spezialisierten Unternehmen Rapunzel Naturkost GmbH, die Ulrich Walter GmbH und die Kloth & Köhnken Teehandel GmbH. Sie haben firmeneigene Fair-Handels-Standards entwickelt und verzichten auf eine Zertifizierung durch die WFTO oder durch anerkannte Fair-Handels-Zertifizierer.

Die Discounter Lidl, Aldi Süd und Aldi Nord vertreiben jeweils ein eigenes Sortiment fair gehandelter Lebensmittel unter ihren Eigenmarken, die nach den Standards von Fairtrade International produziert wurden. Darum tragen die Produkte zusätzlich zum Markenlabel das Fairtrade-Siegel. Die REWE Group hat ein eigenes Nachhaltigkeitssystem entwickelt und vertreibt ihre Produkte ebenfalls unter einer Eigenmarke.

Das „Hand in Hand“-Label ist eine Eigenmarke der Rapunzel Naturkost GmbH, ein Bio-Lebensmittel-Produzent und -Vertrieb. Somit tragen alle Produkte mit diesem Label zusätzlich das EU-Bio-Logo. Das „Hand in Hand“-Label weist darauf hin, dass die damit gekennzeichneten Produkte zu mehr als der Hälfte aus Rohstoffen bestehen, welche die Fair-Handels-Kriterien des firmeneigenen Standards erfüllen. Dazu gehören beispielsweise direkte und langfristige Lieferbeziehungen, Abnahmegarantien, die soziale Absicherung der Mitarbeitenden und menschenwürdige, gesunde und sichere Arbeitsbedingungen. Die „Hand in Hand“-Kriterien werden alle zwei Jahre von unabhängigen Inspektoren überprüft.

rapunzel.de/hand-in-hand-fairhandels-programm.html

Lebensbaum ist eine Marke des deutschen Unternehmens Ulrich Walter GmbH. Lebensbaum steht für Tee, Kaffee und Gewürze in Bioqualität. Die Lebensmittel werden nach den Richtlinien der ökologischen Anbauverbände Demeter, Naturland oder Bioland produziert. Dem Biopionier sind exzellente Qualität der Rohwaren, Transparenz und prüfbare Glaubwürdigkeit besonders wichtig. Daher kauft das Unternehmen die Waren zu angemessenen Preisen bei Bio-zertifizierten Partnern direkt im Ursprung ein und vereinbart langfristige Partnerschaften. Die Lebensbaum-Lieferanten halten internationale Arbeitsrichtlinien ein und schonen die Ökosysteme vor Ort. Naturland als unabhängige Organisation überprüft dies zusätzlich zu eigenen Besuchen vor Ort.

lebensbaum.de 

Das Fairbiotea-Label der Kloth & Köhnken Teehandel GmbH kennzeichnet biologisch produzierten Tee, der nach dem Fairbiotea-System zertifiziert ist. Teefarmen dürfen ihren Tee mit diesem Label kennzeichnen, wenn sie zertifiziert sind – nach der europäischen und der amerikanischen Bioverordnung – und wenn sie begonnen haben, die zusätzlichen sozial-ökologischen Standards von Fairbiotea umzusetzen. Dazu gehören Kriterien wie eine langfristige partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Teefarmen und Tee-Exporteuren, Abnahmegarantien und ein kostenloses Beratungsprogramm in den Teefarmen. Die unabhängige Ökokontrollstelle IMO Institut für Marktökologie GmbH überprüft in den zertifizierten Teefarmen jährlich die Umsetzung der Bio- und der Fairbiotea-Standards.

fairbiotea.de

Fairglobe ist eine Eigenmarke des Discounters Lidl. Die Marke kennzeichnet ein eigenes Sortiment mit fair gehandelten Artikeln, wie Schokolade, Kaffee, Tee, Milch, Reis, Orangensaft, Zucker und Pfeffer. Produkte mit dem Fairglobe-Label werden nach den Kriterien von Fairtrade International produziert und gehandelt. Daher tragen sie zusätzlich zum Fairglobe-Label auch das Fairtrade-Siegel. Einige Produkte sind zusätzlich zertifiziert nach EU-Öko-Verordnung und tragen das EU-Bio-Siegel.

lidl.de/de/fairglobe

One World® ist eine Eigenmarke des Discounters Aldi Süd. Unter dieser Marke vertreibt Aldi Süd ein eigenes Sortiment an fair gehandelten Produkten, vor allem Kaffee, Bananen, Trinkschokolade, Säfte und an Aktionstagen auch Wein oder Rohrzucker. Produkte mit dem One World®-Label werden nach den Kriterien von Fairtrade International produziert und gehandelt. Daher tragen sie zusätzlich zum One World®- Label auch das Fairtrade-Siegel. Einige Produkte sind zusätzlich zertifiziert nach EU-Öko-Verordnung und tragen das EU-Bio-Siegel.

aldi-sued.de/de/sortiment/eigenmarken/one-world

PRO PLANET ist ein Nachhaltigkeitslabel der REWE Group, das Waren kennzeichnet, bei deren Herstellung bestimmte soziale, ökologische oder ökonomische Aspekte verbessert wurden. Die Kriterien können sich auf die komplette Wertschöpfungskette beziehen – also von der Herstellung, über die Verarbeitung bis hin zu Verwendung – unterscheiden sich aber zum Teil von den Fairtrade-Anforderungen. Manche PRO PLANET-Produkte tragen deshalb nur das Pro Planet Siegel, andere zusätzlich das Fairtrade-Siegel. Das PRO PLANET-Label enthält jeweils eine Kennziffer, mit der Detailinformationen über das Produkt auf der Website des Anbieters abgerufen werden können. Zudem gibt jedes Label Auskunft über die spezifische, ökologische oder soziale Besonderheit des Produktes. Ein unabhängiger Beirat begleitet den mehrstufigen Vergabeprozess des Labels, der nach spätestens drei Jahren erneut durchlaufen wird. Werden geplante Verbesserungen bis zur gesetzten Frist nicht erreicht, darf das Produkt nicht mehr mit dem PRO PLANET-Label gekennzeichnet werden.

proplanet-label.com

Weitere Informationen zu Lebensmitteln aus Fairem Handel

Fair gehandelte Lebensmittel werden in Deutschland über zwei verschiedene Wege vermarktet:

  1. über die integrierte Lieferkette,
  2. über die Produktzertifizierung.

Die integrierte Lieferkette vom Erzeuger bis in die Weltläden funktioniert folgendermaßen: Vom Weltladen-Dachverband anerkannte Weltladen-Lieferanten (Fair-Handels-Importeure) kaufen fair produzierte Lebensmittel weltweit bei den Handelspartnern ein und beliefern die Weltläden in Deutschland. Die Weltläden, die Fachgeschäfte des Fairen Handels, und deren Arbeitsgruppen bieten die fair gehandelten Lebensmittel der Öffentlichkeit zum Kauf an. Alle Beteiligten dieser integrierten Lieferkette, also Erzeuger, Importeure und Weltläden arbeiten nach den Kriterien für den Fairen Handel der Weltläden (Konvention der Weltläden).

Bei der Produktzertifizierung werden Lebensmittel nach den Standards eines durch das Forum Fairer Handel anerkannten Fair-Handels-Zertifizierers hergestellt. Die Lebensmittel erhalten bei Einhaltung der Standards das entsprechende Produktsiegel des Fairen Handels. Unabhängige Kontrollorganisationen überprüfen regelmäßig die Einhaltung der jeweiligen Standards. Wer ein Lebensmittel mit Produktsiegel importieren, verarbeiten und/oder verkaufen möchte, muss einen Lizenzvertrag mit dem Zertifizierer abschließen. Fair gehandelte Lebensmittel mit Produktsiegel gibt es zum Beispiel in Bio- und Naturkostläden, Weltläden, Lebensmittelfachgeschäften, Supermärkten, Cafés und Restaurants, Bäckereien, Kantinen und in Online-Shops.

Der ökologische Landbau und der Faire Handel haben unterschiedliche Ansätze: Bei Fairhandels-Projekten stehen ein gerechter Preis für die Bauern und die Armutsbekämpfung an erster Stelle. Die Art des Anbaus spielte anfangs keine Rolle, zumal viele Bauern traditionell wirtschafteten. Heute stammen gut 70 % der fair gehandelten Lebensmittel aus ökologischem Anbau.  

Für die Bio-Hersteller und Händler sind zwar soziale Gerechtigkeit und Fairer Handel wichtige Elemente – entscheidend aber ist der ökologische Anbau der Produkte. Als die Bio-Branche in den 1980er Jahren nach Produkten aus den Ländern des Südens suchte, gab es die meisten Fairhandels-Lebensmittel noch nicht in Bio-Qualität. Also bauten die Bio-Hersteller selbst Projekte auf, kümmerten sich um Beratung und Zertifizierung ihrer Lieferanten.

Die EG-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau regeln nur Anbau und Verarbeitung, nicht aber den Umgang mit Handelspartnern.

Anders die Branchen-Verbände: Der weltweite Öko-Dachverband IFOAM zählt Fairness zu den vier Grundprinzipien des Öko-Anbaus. Genauer festgelegt sind die Kriterien in einem Verhaltenskodex für den Bio-Handel.

Die deutschen Bio-Verbände haben das Fairness-Prinzip unterschiedlich detailliert in ihren Richtlinien verankert. So fordert der Branchenverband BNN in seinem Bio-Kodex die Unternehmen auf, „faires partnerschaftliches Handeln über alle Stufen der Wertschöpfungskette von der Landwirtschaft bis zu den Verbrauchern“ zu stärken.

Zu den großen Dachorganisationen des Fairen Handels gehören die World Fair Trade Organization (WFTO), die European Fair Trade Association (EFTA) und Fairtrade International (Fairtrade Labelling Organizations International, FLO). Internationale Organisationen des Fairen Handels legen gemeinsam Ziele und Grundsätze des Fairen Handels fest und arbeiten daran, sie weltweit zu etablieren.

Die World Fair Trade Organization (WFTO) ist eine internationale Dachorganisation für Fair-Handels-Organisationen. Auf jedem Kontinent hat die WFTO eine eigene Niederlassung. Derzeit sind über 370 Organisationen Mitglied der WFTO. Die WFTO entwickelt Fair-Handels-Standards für Fair-Handels-Organisationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. WFTO-Mitglieder müssen die Standards der WFTO einhalten, ein Monitoringsystem begleitet und überprüft die Organisationen. Die WFTO arbeitet mit in einem gemeinsamen Advocacy-Büro in Brüssel eng mit Fairtrade International zusammen.
wfto.com

Die European Fair Trade Association (EFTA) ist ein Zusammenschluss von neun Fair-Handels-Importeuren aus Österreich, Belgien, Frankreich, Deutschland (GEPA). Italien, Spanien, der Schweiz und Großbritannien. Ziel der EFTA ist eine gegenseitige Unterstützung, Kooperation und ein Informationsaustausch.  Da sich alle EFTA-Mitglieder auf gemeinsame Standards für den Import geeinigt haben, kann ein EFTA-Mitglied für die anderen Waren importieren. Die EFTA ist Mitglied der WFTO.
european-fair-trade-association.org

Fairtrade International (Fairtrade Labelling Organizations International, FLO) entwickelt als Dachorganisation der nationalen Fairtrade-Organisationen Standards für den Fairen Handel. Grundlage sind Kern- und Entwicklungsanforderungen für Kleinbauernkooperativen und Plantagenarbeiter mit dem Ziel die Arbeitsbedingungen und den Umweltschutz zu verbessern. Für jedes Produkt gibt es zusätzlich eigene Produkt-Standards. Auch für Händler hat Fairtrade International eigene Standards festgelegt, die Mindestpreise und Prämien und langfristige Handelsbeziehungen vorgeben. Die Zertifizierungsorganisation FLOCERT kontrolliert die Einhaltung dieser Standards. Nur Händler und Importeure mit einer Lizenz dürfen Produkte mit dem Fairtrade-Siegel verkaufen.
fairtrade.net 

In Deutschland vertritt das Forum Fairer Handel die politischen Interessen des Fairen Handels, der Weltladen-Dachverband die Interessen der Fachgeschäfte für den Fairen Handel und der Fair-Band die Interessen kleiner und mittlerer Importeure und Händler für fair gehandelte Produkte aus verschiedenen Ländern. 

Der Verband des Fairen Handels e. V. (Forum Fairer Handel) in Deutschland setzt sich als Stimme des Fairen Handels in Deutschland ein. Vier Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit den Themen Grundsatz und Politik, Faire Woche, Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsarbeit. Mitglieder des Forum Fairer Handel sind der Weltladen-Dachverband, die Fair-Handels-Importeure GEPA, EL PUENTE, dwp, BanaFair und GLOBO sowie Naturland und als vorläufiges Mitglied der Bundesverband für fairen Import und Vertrieb Fair-Band. Das Forum Fairer Handel informiert regelmäßig über die Entwicklung des Fairen Handels in Deutschland. Die neuesten Daten befinden sich im Factsheet von August 2016.
www.forum-fairer-handel.de

Der Weltladen-Dachverband e. V. vertritt die Interessen der Fachgeschäfte für den Fairen Handel (Weltläden) und der zugehörigen Aktionsgruppen in Deutschland. Wer Mitglied im Weltladen-Dachverband werden möchte, muss die „Konventionen der Weltläden“ (Fair-Handels-Standards, nach denen die Weltläden arbeiten) unterzeichnen. Der Weltladen-Dachverband erkennt Fair-Handels-Importeure auf Antrag und nach erfolgreicher Prüfung als anerkannte Weltladen-Lieferanten an. Als Mitglied der WFTO und des Verbands Forum Fairer Handel arbeitet der Weltladen-Dachverband mit diesen und anderen Organisationen weltweit zusammen.
weltladen.de

Der Bundesverband für fairen Import und Vertrieb e. V. (Fair-Band) vertritt mehr als 30 kleine und mittlere Importeure für fair gehandelte Produkte in Deutschland. Die Mitglieder erkennen die zehn WFTO-Prinzipien für Fairen Handel an und verpflichten sich zu einem fairen und fördernden Umgang miteinander. Durch einen dreiteiligen Monitoring-Prozess (Dialog, Begleitung, Besucher der Partner vor Ort) soll die Arbeit der Mitglieder stetig verbessert werden. So soll ein offener Wissensaustausch und gegenseitige, partnerschaftliche Unterstützung gefördert werden. Der Fair-Band ist vorläufiges Mitglied bei der WFTO und beim Forum Fairer Handel.

www.fair-band.de

In den letzten zehn Jahren verzeichnete der Faire Handel in Deutschland einen kontinuierlichen Aufwärtstrend. 1,1 Milliarden Euro betrug der Umsatz mit fair gehandelten Produkten zu Endverbraucherpreisen im Jahr 2015, 11 % mehr als im Vorjahr. Verglichen mit den 150-fach höheren Umsätzen der Ernährungsindustrie ist das nicht viel. Dennoch profitieren vom Fairen Handel bereits jetzt über eine Million Kleinbauern und Plantagenarbeiter in über 70 Entwicklungsländern.

Neben Blumen (10 %), Textilien (7 %) und Handwerksprodukten (5 %) haben in Deutschland Lebens- und Genussmittel den größten Anteil (79 %) am Absatz von fair gehandelten Produkten zu Endverbraucherpreisen. Mittlerweile ist das Angebot an fair gehandelten Lebensmitteln breit gefächert: Von klassischen Produkten wie Kaffee, Südfrüchte, Kakao, Schokolade, Zucker, Tee bis zu Convenience-Produkten wie Chutneys, Brotaufstriche oder Saucen. Die fair gehandelten Lebensmittel kommen vorwiegend aus Ländern auf der Südhalbkugel, einige Produkte wie Milch, Mehl und Backwaren auch aus Europa, vorwiegend aus Deutschland.

Quelle: Factsheet "Aktuelle Entwicklungen im Fairen Handel", Forum Fairer Handel, 2015

Tierwohl-Kennzeichnung : Fleisch aus artgerechter Tierhaltung?

] QUELLE [ https://www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum/orientierung-beim-einkauf/tierwohl-kennzeichnung ]

Immer mehr Menschen wünschen sich eine artgerechte Nutztierhaltung. Wir verraten, welche Tierwohl-Label für Fleisch es gibt und welche Kriterien ihnen zugrunde liegen.

BMEL-Ernährungsreport 2020

  • Immer mehr Verbraucher*innen wünschen sich Fleisch von Tieren, die artgerecht gehalten wurden und deren Schlachtung möglichst schonend erfolgt ist.
  • Auf dem Markt gibt es bereits einige privatrechtliche Siegel und Label, die für mehr Tierwohl in der Nutztierhaltung stehen als gesetzlich gefordert ist.
  • Mit der staatlichen Tierwohlkennzeichnung startet eine verbindliche Einkaufshilfe zum Thema Tierwohl für Schweinefleisch.
  • Bio- oder Neuland-Fleisch ist bereits seit den 1990er Jahren eine gute Wahl für all diejenigen, die beim Fleischeinkauf auf hohe Tierwohlstandards achten wollen.

Der Fleischkonsum in Deutschland geht zurück, und auch in Sachen Tierwohl hat ein Umdenken stattgefunden: Deutlich mehr als die Hälfte der Verbraucher*innen wünschten sich schon im BMEL-Ernährungsreport 2020 Fleisch und Fleischprodukte von Tieren, die artgerecht gehalten und möglichst schonend geschlachtet wurden. Dafür sind viele bereit, deutlich mehr zu bezahlen. Und rund 80 Prozent wünschen sich ein staatliches Tierwohllabel als Einkaufshilfe.

Artgerechte Haltung und Tierwohl – was bedeutet das?

Die Begriffe „aus artgerechter Haltung“ und „Tierwohl“ sind gesetzlich nicht geschützt. Sie dürfen verwendet werden, solange sie nicht irreführend sind. Für die Nutztierhaltung gilt ein gesetzlicher Mindeststandard zum Tierschutz. Dieser regelt unter anderem den Platzbedarf, die Fütterung und Pflege der Tiere und macht außerdem Vorgaben zur medizinischen Behandlung, zum Transport und zur Schlachtung der Tiere. Die Regelungen zielen darauf ab, dass Nutztiere ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten werden und ihnen unnötiges Leid erspart bleibt. Auch sollen Umweltbelastungen vermieden werden.

Seit langem wird von vielen Seiten die Kritik geäußert, dass die gesetzlichen Anforderungen an den Schutz von Nutztieren unzureichend sind. Aufnahmen aus Ställen von gequälten Legehennen und Mastschweinen dokumentieren Missstände, die Verbraucher*innen verunsichern.

Haltungsform-Kennzeichnung des Handels

Seit Frühjahr 2019 gibt es für frisches unverarbeitetes sowie gewürztes oder mariniertes Fleisch der Tierarten Schwein, Rind und Geflügel die sogenannte Haltungsform-Kennzeichnung. Das vierstufige System wurde von acht Ketten des Lebensmitteleinzelhandels entwickelt, um Verbraucher*innen die Information beim Einkauf zu erleichtern. Es versteht sich nicht als eigenes Label, sondern ordnet bestehende Programme zum Tierwohl in die Stufen 1 bis 4 ein. Aber Achtung: Anders als bei der gesetzlich verpflichtenden Eierkennzeichnung (Haltung der Legehennen) steht die Haltungsform 1 dabei für den niedrigsten Standard, der nahezu den gesetzlichen Mindestanforderungen entspricht. Die Stufe 4 ist die höchstmögliche Wertung – beispielsweise Bio-Fleisch gehört dazu. Aber auch konventionelles Fleisch kann in dieser Stufe angeboten werden, sofern die Tierhaltung die beschriebenen Anforderungen erfüllt.

Die Verbraucherzentralen begrüßen einerseits die einheitliche Kennzeichnung als gute Orientierung beim Einkauf, andererseits bemängeln sie, dass das Angebot von Fleisch der Stufen 3 und 4 nach wie vor gering ist. Das ergaben Markchecks zur Entwicklung des Fleischangebotes in den acht Handelsketten. Ein erster Check wurde unmittelbar nach Einführung der Kennzeichnung durchgeführt, ein zweiter folgte im Herbst 2020. Danach betrug der Anteil von Fleisch der Stufen 3 und 4 insgesamt 13 Prozent. Mehr als die Hälfte des verpackten Fleischs stammte aus Haltungsform Stufe 1, rund ein Drittel aus Haltungsform 2. Eine echte Entscheidung für mehr Tierwohl biete der Handel folglich nicht, so das Urteil der Verbraucherzentralen. Das soll sich angeblich bald ändern: Zahlreiche große Handelsunternehmen wie Aldi, Edeka oder Lidl wollen in naher Zukunft kein Fleisch der Haltungsform 1 mehr anbieten, längerfristig sogar nur noch die Haltungsstufen 3 und 4.

Staatliche Tierwohlkennzeichnung

Im August 2023 ist das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz in Kraft getreten. Es regelt die Anwendung der neuen staatlichen Tierhaltungskennzeichnung. Diese verpflichtende Kennzeichnung soll für Transparenz und Klarheit in Bezug auf die Haltungsform von Tieren sorgen und Verbraucher*innen eine bewusste Kaufentscheidung erleichtern. Gleichzeitig können Landwirt*innen damit Leistungen für mehr Tierwohl sichtbar machen.

Das Gesetz gilt zunächst für frisches Schweinefleisch, das von in Deutschland gehaltenen, geschlachteten und verarbeiteten Tieren stammt. Eine Ausweitung auf verarbeitete Produkte sowie die Außer-Haus-Verpflegung ist für 2024 geplant. Danach sollen weitere Tierarten, Produkte und Vertriebswege folgen.

Fünf Haltungsformen werden unterschieden:

Stall: Die Haltung während der Mast erfolgt mindestens entsprechend der gesetzlichen Mindestanforderungen.

Stall+Platz: Den Schweinen steht mindestens 12,5 Prozent mehr Platz im Vergleich zum gesetzlichen Mindeststandard zur Verfügung. Die Buchten müssen über Raufutter, das zusätzlich zum Beschäftigungsmaterial gegeben wird, verfügen und sind durch verschiedene Elemente strukturiert. Dies können zum Beispiel Trennwände, unterschiedliche Ebenen, verschiedene Temperatur- oder Lichtbereiche sein.

Frischluftstall: Das Außenklima in jeder Bucht hat einen wesentlichen Einfluss auf das Stallklima. Die Schweine haben jederzeit Zugang zu unterschiedlichen Klimabereichen.

Auslauf/Weide: Den Schweinen steht ganztägig ein Auslauf zur Verfügung bzw. sie werden in diesem Zeitraum im Freien ohne festes Stallgebäude gehalten. Der Auslauf darf für die erforderliche Dauer der Reinigung oder kurzzeitig, soweit dies im Einzelfall aus Gründen des Tierschutzes zwingend erforderlich ist, reduziert werden.

Bio: Die Tierhaltung entspricht den Anforderungen der EU-Ökoverordnung. Das bedeutet, die Schweine haben eine noch größere Auslauffläche und noch mehr Platz im Stall.

Fleisch aus artgerechter Tierhaltung gibt es längst

Höhere Tierwohlstandards gibt es schon lange, zum Beispiel bei Neuland- oder Bio-Fleisch, das nach der EU-Öko-Verordnung erzeugt wurde. Die Ökoverbände fordern in ihren Verbandsrichtlinien noch mehr für das Wohl der Nutztiere als das EU-Öko-Recht. Außerdem haben einige Initiativen, Vereine, der Handel und Erzeuger*innen eigene Tierwohl-Label oder Kundeninformationen entwickelt.

Neuland-Siegel

Das Neuland-Markenzeichen steht seit 1988 für eine besonders tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung. Am Programm teilnehmen können nur kleinere und mittlere Betriebe, denn es gibt Tierbestandsobergrenzen. Die Betriebe müssen außerdem strenge Kriterien, etwa zur Haltung, Fütterung und zum Transport der Nutztiere erfüllen. Wie bei Bio-Fleisch ist der Einsatz von Gentechnik beziehungsweise Antibiotika tabu. Neuland-Fleisch ist aber kein Bio-Fleisch.

 

Tierschutzbund "Für mehr Tierschutz"

Dieses Label wurde 2013 vom Deutschen Tierschutzbund eingeführt. Es kennzeichnet verschiedene Produkte tierischen Ursprungs: Fleisch verschiedener Tierarten, aber auch Eier und Milch. Der Tierschutzbund möchte mit seinem Tierschutzlabel nicht nur eine tierwohlorientierte Kaufentscheidung ermöglichen, sondern auch Entwicklungen zum Tierwohl anstoßen. Deshalb ist das Label zweistufig angelegt: Seine Premiumstufe signalisiert Tierwohlstandards, die ungefähr der der Bio-Erzeugung entsprechen, in Teilen aber darüber hinausgehen. Die Basisstufe soll Erzeugern*innen den ersten Schritt hin zu mehr Tierschutz erleichtern.

Initiative Tierwohl

Die Initiative Tierwohl ist 2015 als Förderprogramm für Tierwohl in der Geflügel- oder Schweinefleischerzeugung an den Start gegangen. Die Rindfleischerzeugung ist nicht erfasst. Teilnehmende Unternehmen des Handels, der Verarbeitung und der Gastronomie zahlen bestimmte Beträge an die Initiative, die diese an Fleischerzeuger*innen weiterleitet, die sich im Gegenzug verpflichten, definierte Tierwohlkriterien einzuhalten. Diese Anforderungen gehen über den gesetzlichen Standard hinaus, beziehen sich jedoch allein auf die Mast. Spezifische Kriterien für den Transport und die Schlachtung der Nutztiere gibt es nicht. Das Label steht oft in Verbindung mit der Haltungsform-Kennzeichnung des Handels auf dem Etikett.

Tier-Leasing – Fleisch vom Hof des Vertrauens

Beim Tier-Leasing erhalten Verbraucher*innen Fleisch aus artgerechter Tierhaltung, die sie selbst miterleben können. Das Prinzip ähnelt einer Patenschaft für ein Nutztier: Der Kunde kauft zunächst sein eigenes Ferkel oder Kalb und zahlt bis zu dessen Schlachtung ein monatliches Futtergeld. Die Versorgung des Tieres übernimmt der landwirtschaftliche Betrieb. Das geschlachtete Tier gehört später vollständig den Kund*innen. Der Landwirt wickelt in der Regel die Schlachtung und Zerlegung für die Kunden ab.

Angeboten wird dieses Konzept in der Regel nur von kleinen Bauernhöfen, oftmals handelt es sich um Bio-Höfe. Der Vorteil für Landwirt*innen liegt in der finanziellen Planbarkeit. Kund*innen wiederum können das Großwerden ihres Tieres jederzeit vor Ort verfolgen, sich persönlich von den Haltungsbedingungen überzeugen und den genauen Schlachttermin bestimmen. Der Kilopreis für das Fleisch ist oft nur geringfügig höher als das Fleisch aus dem Einzelhandel.

Lesen Sie passend zum Thema auch folgenden Artikel: Crowdbutching – Gemeinschaftliche Fleischbestellung beim Erzeuger

Fazit

Ein von den Verbraucher*innen mit großer Mehrheit gefordertes Tierwohl-Label, das verlässliche und transparente Kriterien für einen bewussten Einkauf von Fleisch und Fleischprodukten mitgibt, ist dringend notwendig. Bis die verpflichtende Tierhaltungskennzeichnung des BMEL für alle Tierarten, Produkte und Vertriebswege eingeführt ist, wird es wahrscheinlich noch einige Zeit dauern. Bis dahin gilt: Wer gezielt Fleisch von Tieren aus artgerechter Haltung kaufen möchte, muss sich selbstständig umfassend informieren und die Standards von Tierschutz-Siegeln kritisch vergleichen. Zudem ist Fleisch aus Betrieben mit artgerechter Tierhaltung bislang nur in wenigen Geschäften erhältlich. Es braucht also schon etwas Eigeninitiative, zum Beispiel eine Recherche im Internet, um direkt vermarktende Landwirtschaftsbetriebe zu finden.

Bis Verbraucher*innen an jeder Theke zwischen konventionell erzeugtem Fleisch und Fleisch aus artgerechter Tierhaltung frei wählen können, wird ebenfalls noch Zeit vergehen. Gefordert sind hier zum einen die Produzent*innen, die Nachfrage der Kundschaft nach artgerecht produziertem Fleisch zu bedienen. Zum anderen müssen Verbraucher*innen Informationen zur einfachen und umfassenden Orientierung beim Einkauf an die Hand gegeben werden. Ein erster Schritt war die einheitliche Haltungsform-Kennzeichnung des Handels. Was allerdings noch fehlt, ist ein entsprechendes Fleischangebot.  

Wer sich beim Einkauf von Fleisch für mehr Tierschutz einsetzen möchte, kann mit der bewussten Entscheidung für Bio- oder Neuland-Fleisch sowie für Fleisch aus Haltungsform Stufe 4 zeigen, dass alle Umfragen zu den kaufwilligen Verbraucher*innen nicht nur pure Theorie sind. Der deutlich höhere Preis lässt sich durch weniger Fleisch kompensieren – so wird zusätzlich die Umwelt geschützt.

Ernährung und Klimaschutz : Fünf Klimatipps fürs Essen und Trinken

] QUELLE [ https://www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum/orientierung-beim-einkauf/ernaehrung-und-klimaschutz ]



Unsere fünf Tipps geben Orientierung, um beim Essen und Trinken das Klima schützen. Weil Klimaschutz uns alle angeht, werden Anregungen für gesellschaftliches Engagement gleich mitgeliefert.

  • Essen und Trinken sind wichtige Hebel, um CO2 einzusparen und das Klima zu schützen.
  • Unsere fünf Klimatipps greifen Zusammenhänge zwischen der Ernährung und dem Klima auf und zeigen, wie Sie Ihre CO2-Bilanz beim Essen verbessern können.
  • Weil Klimaschutz keine Privatsache ist, sondern uns alle angeht, gibt es auch Anregungen dafür, wie Sie sich gesellschaftlich für ein klima- und umweltfreundliches Ernährungssystem engagieren können.

Die Klimakrise ist da. Die zunehmende Erderwärmung bringt das ökologische Gleichgewicht auf der Erde immer stärker durcheinander. Verschiedene Bereiche wie Mobilität, Bauen, aber auch die Ernährung, tragen ganz erheblich dazu bei. Im Grunde ist klar, dass unter anderem die Böden geschützt werden müssen, weniger CO2 ausgestoßen und die Artenvielfalt bewahrt werden muss.

Leider ist die Klimakrise zu komplex, um dafür die eine Lösung in petto zu haben. Aber es gibt ganz viele unterschiedliche Dinge, die wir alle und die Politik besser machen können, um die Erde für zukünftige Generationen lebenswert zu erhalten. Wir können zum Beispiel so einkaufen und essen, dass wir Klima, Boden, Luft und Wasser weniger schaden. Und wir können uns gesellschaftlich einbringen, um Veränderungen anzustoßen.

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